| David gegen Goliath |
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In unserem neuen Film „David gegen Goliath" erzählen wir, wie die kleine Gemeinde Felton in Kalifornien über viele Jahre hinweg einen harten Kampf gegen den deutschen Energieriesen RWE führen muss, der 2003 den größten Wasserversorger der USA, American Water, aufgekauft hatte und damit auch die Trinkwasserversorgung in Felton. Zuerst versucht die Bürgerinitiative FLOW (Freunde der Kommunalen Wasserversorgung) sich in kostspieligen Gerichtsverfahren gegen Preiserhöhungen von 74% ! und angekündigten 114% ! zur Wehr zu setzen. Doch ohne Erfolg. 2004 beschließen sie, die Feltoner Wasserwerke RWE abzukaufen. Das Geld dazu soll durch einen Kommunalkredit aufgebracht werden, der über einen Zeitraum von 30 Jahren, in Form von zusätzlichen Steuern zurückgezahlt wird. Der akribisch recherchierte Finanzierungsplan findet die Unterstützung der Kommunalregierung in Santa Cruz. Denn der Vorteil eines Rückkaufes liegt auf der Hand: Ohne RWE zahlen die Feltoner trotz Kreditrück-zahlung auf lange Sicht für ihr Wasser weniger als mit RWE. Dieser Plan soll in einem Referendum abgestimmt werden. Doch Feltons Bürger glauben, dass RWE und seine US-Tochter American Water mit unsauberen Mitteln gegen das Bürgerbegehren vorgehen. Aus anderen Städten, wie z.B. Monterey Californien oder Lexington,Kentucky sei bekannt, dass dort seitens RWE 300.000 bzw. sogar 5 Millionen Dollar in eine Gegenpropaganda gesteckt worden wären. Fakt ist, dass es bisher noch keine Stadt, die von American Water/RWE versorgt wird, geschafft hat, ihr Referendum zu gewinnen.
Doch FLOW gewinnt den
Volksentscheid sogar mit überwältigender Mehrheit. Aber RWE will nicht
an sie verkaufen, obwohl die Gemeinde einen fairen Preis bietet. RWE
verspricht sich mehr davon, American Water als Ganzes an der Börse zu
veräußern. Jetzt klagt die FLOW-Bewegung auf Enteignung RWEs in
Felton. Die Entscheidung, die im Frühjahr erwartet wird, könnte einen äußerst dynamischen Domino - Effekt entfalten, denn Felton steht nicht allein. Der Zorn auf die profitorientierten Wassercompanies, hat eine regelrechte „ Bewegung für Rekommunalisierung" in Gang gesetzt, die sich über die ganze USA verteilt.
Und das betrifft nicht nur Wasserversorger in RWE
Besitz. Städte, in denen Suez und Veolia sitzen, sind genauso aktiv
geworden.
Dabei bemüht sich RWE seit 2005 aus dem
nichtkontinentalen Wassergeschäft auszusteigen. 2006 wurde bereits der
englische Wasserversorger Thames Water für 8,0 Mrd GBP an das
australische Macquarie-Konsortium veräußert. Und American Water sollte
schon 2007 an der Börse verkauft worden sein. Aber das Interesse am
Kapitalmarkt scheint gering. Ist es möglicherweise die vernachlässigte
Infrastruktur, die nach den Worten des ehemaligen Vorstandschefs von
RWE, Roels, 200 Jahre Reparaturzeit braucht, die abschreckend wirkt?! Es ist ein Film der Mut macht, trotz der vielen Mühen und Schwierigkeiten mit denen die Feltoner konfrontiert werden. Es war uns auch wichtig, den Film auf arte zu senden. Denn in vielen Ländern Europas wachen die Menschen auf, beginnen zu begreifen wie unerlässlich es ist, Bereiche der Daseinvorsorge in Öffentlicher Hand zu belassen bzw. wieder zu rekommunalisieren.
Und die
Rechnung ist aufgegangen: Nach der Ausstrahlung der Reportage auf arte
bekamen die Feltoner unzählige Emails aus Spanien, Portugal, Frankreich
und Deutschland in denen Zuschauer aus ihren Städten berichten bzw.
FLOW ihre Unterstützung zusagen. Globaler Widerstand ?! Wäre nicht
schlecht... „David gegen Goliath"
Ein Film von Leslie Franke und Hermann
Lorenz |